10.05.2010

Die CSA-Unterfranken spricht sich für mehr Sicherheit und Moral am Arbeitsmarkt aus

Immer mehr Löcher und Unsicherheiten beklagt die Christlich Soziale Arbeitnehmerschaft (CSA) im Tarifsystem. Nur noch 62 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in tarifgebundenen Unternehmen und unterliegen dem Schutz von Tarifverträgen, in den neuen Bundesländern sind es gar nur 34 Prozent. Vor der Wiedervereinigung betrug die Quote noch ca. 90 Prozent. Seit etwa 15 Jahren befinden wir uns in einem tarifpolitischen Erosionsprozess, wie Kurt Schreck, CSA-Bezirksvorsitzender feststellte.

 

Wer nicht einem Tarifvertrag unterliegt oder in einem Unternehmen arbeitet, das sich zumindest an bestehenden Tarifverträgen orientiert, ist finanziell meist schlechter gestellt als tarifgebundene Arbeitnehmer. Unabhängig einer oft schlechteren Entlohnung bleiben auch sonstige tarifliche Leistungen, wie z.B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgratifikation oder Zahlungen zur Altersvorsorge häufig ein Fremdwort. Dem gegenüber lassen sich einige Bankmanager zusätzliche Bonuszahlungen in Millionenhöhe auszahlen, obwohl deren Unternehmen nur noch mit Staatshilfen und somit der Steuerzahler existieren können.

Der unterfränkische CSA-Vorstand fordert daher zusätzlich gesetzliche Maßnahmen, Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Allgemeinverbindlichkeitserklärungen sollten nach seiner Auffassung in letzter Konsequenz in den Tarifausschüssen von den jeweiligen Arbeitsministern entschieden werden. Auch die Möglichkeiten des Entsendegesetzes müssen verstärkt genutzt werden, um tarifliche Mindestlöhne für Arbeitnehmer in weiteren Branchen durchsetzen zu können.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde wieder deutlich, dass insbesondere Leiharbeiter am stärksten benachteiligt sind. Sie verloren als erste ihre Arbeitsplätze. Ihre Zahl ging bis Mitte des letzten Jahres auf gerade noch 526.000 zurück, während ein Jahr zuvor noch 794.000 registriert wurden. Der Arbeitsmarkt ist vielfach geprägt durch Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse, jedoch nicht als zusätzliche Stellenangebote, sondern häufig auf Kosten regulärer unbefristeter Arbeitsplätze.

Dies kann sich nach Ansicht der CSA auch auf unser Demokratie- und Gesellschaftssystem auswirken. Arbeitnehmer in unsicheren und prekären Jobs werden z.B. niemals Forderungen an ihren Arbeitgeber stellen, sie werden sich auch nicht für die Wahl eines Betriebsrates stark machen, schon gar nicht dafür kandidieren.

 Die CSA fordert besonders für die Zeitarbeit verbesserte gesetzliche und tarifliche Rahmenbedingungen, wie z.B. eine Obergrenze für einzelne Betriebe festzulegen.



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