29.07.2010

„Es gibt immer einen Weg“

Günther Jackl neuer Vorsitzender der Arbeitnehmer-Union

 

 

HASSFURT. Mit Günther Jackl, Betriebsratsvorsitzenden der Fränkischen Rohrwerke, steht ein neuer Mann dem Kreisverband der Arbeitnehmer-Union im Landkreis Haßberge vor. Arbeitspolitische Schwerpunkte setzt der Vorsitzende mit Themen, wie Leih- und Zeitarbeit, Fachkräftemangel oder betrieblichen Abfindungen.

Der scheidende Vorsitzende Uwe Stubenrauch hieß die Mitglieder im Hotel Goger in Augsfeld willkommen und dankte auch den vielen anwesenden Gästen für ihr Kommen und das Interesse an der Arbeit der CSA.

CSU-Kreisvorsitzender Steffen Vogel gab einen Rückblick auf das kürzlich stattgefundene Arbeitnehmergespräch mit Dorothee Bär und Landrat Rudolf Handwerker in Ebelsbach. Es habe sich gezeigt, dass in der Bevölkerung ein großes Interesse an arbeitpolitischen Themen wie Leiharbeit, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis 67 oder Kosten der sozialen Sicherungssysteme herrsche. „Diese Sorgen und Nöte nehmen wir als CSU sehr ernst”, so der Kreisvorsitzende aus Theres. Ebenso muss ein Umdenken forciert werden, damit der Arbeitsmarkt nicht nur mit Leiharbeitern strukturiert sein kann. „Leiharbeit war angedacht um kurzfristige Engpässe in den Betrieben aufzufangen, jedoch nicht ein Mittel um dauerhaft Festanstellungen in den Unternehmen zu umgehen.”

Vogel selbst gab seiner Freude Ausdruck, dass der Kreisverband die Initiative ergriffen habe, die CSA wieder mit Leben zu füllen und an alte Erfolge anknüpfen zu wollen. Als größte Volkspartei sei es wichtig, dass man für alle Bevölkerungsgruppen das entsprechende Spektrum anbiete. Die CSA sei als fester Pfeiler ein wichtiger Bestandteil in der christlich-sozialen Union. Neben der Jungen-Union, Frauen-Union und Senioren-Union ist man in den Haßbergen zudem sehr gut aufgestellt und habe vor kurzer Zeit auch eine neue Führung für die Mittelstands-Union gewählt.

Den Arbeitsmarkt des Landkreises stellte Landtagsabgeordneter Dr. Bernd Weiß, Staatssekretär a.D., kompetent mit Zahlen vor. Gute Prozentwerte bei der Arbeitslosigkeit gegenüber Nachbarkreisen, Freistaat und Bundesgebiet sagten jedoch nichts über die Einzelschicksale aus. Unbefriedigend sei laut MdL Weiß jedoch die Situation in der beruflichen Ausbildung. „Ein Hauptschüler ohne Quali hat derzeit auf dem Arbeitsmarkt fast keine Chance”, so Weiß. Gleichzeitig steht der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren ein massiver Fachkräftemangel bevor. Nach Ansicht der Anwesenden könne hier nur die gezielte berufliche Weiterqualifizierung diesem Trend vorbeugen.

Auch auf aktuelle Themen wie, Managergehälter („Wir müssen weg von der Amerikanisierung”) und die Gesundheitsreform und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitnehmer nahm Dr. Bernd Weiß ausführlich Stellung.

Seinen Dank sprach Vogel anschließend an den scheidenden Vorsitzenden Uwe Stubenrauch aus, der die Arbeitnehmer-Union von 2003-2010 geführt hatte, jedoch aus persönlichen Gründen nicht weiter an der Spitze der Arbeitnehmervertretung stehen kann. Ein Rückblick auf vergangene Aktionen, Fahrten und Veranstaltungen folgte. Herausragend waren hier eine Fahrt an den Produktionsstandort von Opel nach Rüsselsheim, sowie die Einladung und der prompte Besuch des damaligen Landesvorsitzenden Horst Seehofer in Hofheim.

Ehe unter der souveränen Leitung von Steffen Vogel, Dr. Bernd Weiß und Uwe Stubenrauch die Vorstandschaft neu gewählt wurde, gab Schatzmeister Michael Schwinn einen Überblick über den Vermögenshaushalt der CSA. Einer folgenden Entlastung der Vorstandschaft gab Kassenprüfer Gerhard Zösch keinen Einwand.

Aus der Neuwahl ging folgende Kreisvorstandschaft hervor: CSA-Kreisvorsitzender Günther Jackl (Ebelsbach), Stellvertreter Alexander Leicht (Rauhenebrach) und Klaus Häpp (Aidhausen), Schatzmeister Michael Schwinn (Eltmann), Schriftführer Alexander Rudolf und Sebastian Schilling (beide Haßfurt). Die Vorstandschaft wird durch die Beisitzer Armin Zier (Rauhenebrach), Alois Hofmann (Eltmann), Sven Schnös (Haßfurt), Uwe Stubenrauch (Königsberg), Erich Fritscher (Haßfurt), Robert Schuler (Gädheim) und Walter Schilling (Haßfurt) komplementiert. Die Versammlung bestimmte Walther Hesse (Ebelsbach) und Gerhard Zösch (Sand) zu Kassenprüfern.

Delegierte zur Bezirksversammlung wurden Günther Jackl, Alexander Leicht, Sebastian Schilling, Klaus Häpp und Michael Schwinn. In der CSA-Landesversammlung wird der Kreisverband durch Günther Jackl und Alexander Leicht vertreten sein.

Nach der Wahl stellte der neue Vorsitzende Günther Jackl die Marschroute für die kommenden Jahre vor. Die CSA müsse das „Ohr stärker an den Betrieben und den dort arbeitenden Menschen haben”, so Jackl. Klare Stellung in Arbeitnehmerfragen sei künftig zu beziehen und die politische Arbeit mit Diskussionen und Informationsveranstaltungen zu untermauern. Ebenfalls ist auch der Besuch in allen Ortsverbänden der CSU vorgesehen, da auch hier die Unterstützung notwendig und das Interesse groß sei. Dies habe nicht nur der positive Besuch im CSU-Ortsverband in Unterhohenried zu Beginn diesen Jahres gezeigt. Als Sprachrohr der Arbeitnehmer hat der CSA-Kreisverband allein in den vergangen Monaten über 16 neue Mitglieder für die Arbeit im Kreisverband gewinnen können.

Jackl gab einen kleinen Einblick in die Arbeit als Betriebsratsvorsitzenden als auch auf die bundesweite Arbeitsmarktsituation. Hierbei ist festzustellen, dass die Kurzarbeit rückläufig sei, jedoch die Wochenendarbeit wieder zunehme, was durchaus die Lebensqualität mindern kann. Offene Fragen seien auch Themen wie die Tarifautonomie oder die gezahlten Abfindungen in den Betrieben. Probleme treten oftmals auch auf, wenn Frauen aus dem Mutterschutz an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren möchten, dieser oftmals dann anderweitig besetzt ist. Zusammenfassend gibt es viele Punkte, bei welchen der Schuh drückt, doch „es gibt immer einen Weg!”, so Jackl.

Mit dem Schlusswort von Dr. Albert Meyer „heute ist ein guter Tag für die Arbeitnehmer” verabschiedeten sich die Anwesenden Mitglieder und Gäste.



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