Grußwort Dr. Gabriele Stauner

Liebe Freunde der CSA-Unterfranken,

 

in Zeiten wie diesen ist es geboten, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass es Eckpfeiler in unserem Gesellschaftssystem gibt, die unverrückbar bleiben müssen. Besonders wer an verantwortlicher Position in Politik und Wirtschaft steht, tut gut daran, sich seiner Wurzeln zu erinnern, damit diese im Alltagsgeschäft nicht aus dem Blick geraten.

 

Im Arbeitsleben haben diese Eckpfeiler - die Pfeiler einer christlichen Soziallehre - ihren Niederschlag im so genannten “Europäischen Sozialmodell” gefunden. Dazu zähle ich vor allem

 

  • christliche Unternehmensverantwortung, in dem der Arbeitgeber eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung für seine Mitarbeiter trägt;
  • Anspruch auf gerechten Lohn, aus einem Vollzeitarbeitsverhältnis, der es ermöglicht “seinen Mann” zu ernähren;
  • soziale Grundrechte, wie sie in der Grundrechtecharta des EU-Reformvertrags erhalten sind;
  • Verbot von Diskriminierung;
  • Sicherung des Einzelnen durch Systeme der sozialen Sicherheit gegen Risiken des Lebens (Krankheit, Invalidität, Alter, Arbeitslosigkeit);

 

Das Europäische Sozialmodell macht den wesentlichen Unterschied zu den Volkswirtschaften in den USA und China aus. Sie sind für mich das Identitätsmerkmal der Europäer in der Zukunft, es ist identitätsstiftend für ein vereinigtes Europa. Emotionale Identität stiften nicht eine gemeinsame Währung, nicht der Grundsatz des Wettbewerbs und nicht mehr das Streben nach Frieden - sondern soziale Maximen. Der Mensch und nicht das Kapital müssen im Mittelpunkt stehen.

 

Wir haben in der Vergangenheit bereits einiges erreicht, aber es besteht kein Anlass, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Wir befinden uns nicht auf einer “Insel der Glückseligkeit”, sondern stehen im Zeitalter der Globalisierung in einem knallharten Wettbewerb mit anderen Regionen der Erde, in denen neoliberale Grundsätze und ungezügelter Raubtierkapitalismus herrschen.

 

Wir werden uns demgegenüber nur behaupten können, wenn wir unser Sozialmodell, das in der Vergangenheit auch aus einer Krise zu einem beispiellosen Wohlstand der Menschen geführt hat, festschreiben und gemeinsam dafür einstehen. Unsere Aufgabe muss es demnach auch sein, das Europäische Sozialmodell nach außen hin selbstbewusst und standhaft zu vertreten. Es ist ein Programm für die Würde der Menschen. Ich vertraue in diesem Sinne auf die CSA-Unterfranken.

Wir fordern eine “soziale Zähmung” der Globalisierung, denn für weitere Bisswunden ist kein Platz mehr. Die Wirtschaft muss menschengerecht ausgestaltet werden und nicht der Mensch wirtschaftsgerecht! Dafür setzen wir in der CSA gemeinsam unsere Kraft ein und dazu ist jeder verantwortungsbewusste Politiker gerade in Zeiten verpflichtet, in denen skrupellose Manager und unfähige Wirtschaftsführer die Zukunft der arbeitenden Bevölkerung in Wohlstand und Frieden verspielen!

 

Brüssel, im März 2009

 

Dr. Gabriele Stauner, MdEP

Landesvorsitzende der CSA



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